Dogan-Mediengruppe will das größte deutsche Fernsehunternehmen übernehmen.
Der türkische Medienkonzern Dogan will ProSiebenSat.1 übernehmen und hat bestätigt, ins Rennen um die Münchner Sendergruppe zu gehen. Ein entsprechendes Gebot sei Teil der internationalen Expansionspläne, um ein weltweit tätiges Unternehmen zu werden, teilte Dogan am Montag (20.11.2006) in Istanbul mit.
Zum Imperium des Dogan-Medienkonzerns mit rund 7000 Mitarbeitern gehören acht überregionale Zeitungen, darunter das Flaggschiff "Hürriyet", Rundfunk- und Fernsehsender (Kanal D, CNN-Türk), Zeitschriften- und Buchverlage sowie acht Druckereien.
Nach Medienberichten bewerben sich mehr als zehn Investorengruppen um die Mehrheitsbeteiligung an der Sendergruppe, die die Eigentümergruppe des US-Milliardärs Haim Saban verkaufen will. Zu den Interessenten zählten milliardenschwere Finanzinvestoren wie Apax, der Telekom-Aktionär Blackstone und die US-Bank Goldman Sachs. Laut "Manager-Magazin" hat die Dogan-Gruppe im Bieterwettbewerb das bisher beste Angebot abgegeben.
Saban hatte seine ProSieben-Beteiligung bereits an die Axel Springer AG verkauft, die Transaktion war jedoch am Veto der Kartellbehörden gescheitert. Die Springer AG besitzt bereits 12 Prozent an der Sendergruppe.
Axel Springer hatte in der vergangenen Woche mit der türkischen Mediengruppe den Kauf von 25 Prozent der Dogan-Fernsehsparte vereinbart. Eine ProSiebenSat.1-Übernahme durch die türkische Mediengruppe könnte allerdings erneut die Wettbewerbshüter auf den Plan rufen, da Springer zu einem Viertel bei der Dogan-TV-Tochter eingestiegen ist. Sollte Dogan mit seiner Offerte erfolgreich sein, könnte ProSiebenSat.1-Großaktionär Springer seinen Einfluss auf die Münchner Sendergruppe auf indirektem Wege ausweiten.
Empfohlene Links zum Thema ·······························································
····················································································································