Deutschland gehört zu den drei beliebtesten Studienstandorten
Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, hat in Berlin gemeinsam mit dem Deutschen Studentenwerk die Ergebnisse der Studie "Internationalisierung des Studiums: Ausländische Studierende in Deutschland - Deutsche Studierende im Ausland" vorgestellt. Danach gibt es bei der Zahl
ausländischer Studierender eine Steigerung um 21 % vom Wintersemester 97/98 bis zum Wintersemester 2000/2001. In absoluten Zahlen: von rund 104.000 auf setzt rund 126.000. Nach ersten Schätzungen ist im vergangenen Jahr die Zahl nochmals um gut 15 % auf jetzt ca. 140.000 Studierende gestiegen.
Bundesbildungsministerin Bulmahn zeigte sich über diese Entwicklung hocherfreut. "Deutschland ist endlich wieder ein attraktiver Studienstandort für Studierende aus aller Welt geworden! Nach den USA und Großbritannien ist Deutschland das beliebteste Gastland für Studierende aus anderen Ländern. Das ist ein Erfolg, der wichtig ist für unser Land."
Die von der Bundesregierung initiierte "Konzertierte Aktion Marketing", die zusammen mit den Ländern, mit der Wirtschaft, mit dem Deutschen Studentenwerk und vielen anderen Partnern durchgeführt werde, beginne zu greifen. "Die gezielten Aktionen, mit der wir weltweit um die besten Köpfe werben, gehen genau in die richtige Richtung. Wir bekommen endlich wieder ein offenes Klima", so Bulmahn. Über elfhundert Bachelor- und Masterstudiengänge und über 600 Studiengänge, die man auch in einer Fremdsprache studieren könne, erleichterten den Zugang für Studierende aus anderen Ländern. Deutschland sei seinem Ziel: 10 % ausländischer Studentinnen und Studenten in Deutschland, ein ganzes Stück näher gekommen.
Dabei seien große Zuwächse aus China (+ 83% von 1997 bis 2000) auf jetzt 8.700 Studierende; aus den mittel- und osteuropäischen Staaten wie Polen oder Bulgarien mit einem Plus von 204 % auf 4.700 Studierende. Aber auch aus Ländern der Russischen Föderation, aus wichtigen Schwellenländern wie Indien und Indonesien sei ein deutlicher Anstieg der Studierenden zu verzeichnen.
"Das ist umso begrüßenswerter, als es sich hier um Staaten handelt, die von der Wirtschaft als die Märkte von morgen bezeichnet werden. Ein Studium in Deutschland ist also nicht nur eine Zukunftsinvestition aus Sicht des einzelnen Studenten, sondern auch aus unserer Sicht. Wir investieren damit auch in Menschen, die in einigen Jahren die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Prozesse in ihren Ländern mitgestalten werden. Bei zunehmender internationaler Zusammenarbeit ist das eine Investition, die sich mit Sicherheit für beide Seiten auszahlen wird", sagte die Ministerin.
Doch Internationalisierung sei keine Einbahnstraße, sagte die Ministerin. Auch bei den deutschen Studierenden, die ins Ausland gehen, stiegen die Zahlen spürbar an. 1999 studierten demnach 45.600 deutsche Studierende im Ausland dreimal mehr als 1980 und ein Viertel mehr als 1991. Die Favoritenländer seien Großbritannien und die USA (zusammen 44 %) gefolgt von Österreich, Frankreich und der Schweiz. 13 % der Hochschulabsolventen hätten im Jahr 2000 einen studienbezogenen Aufenthalt im Ausland absolviert.
Bulmahn wies darauf hin, dass bis vor kurzem ein Auslandsaufenthalt, sei es ein Studium, ein Praktikum oder auch ein längerer Sprachkurs, eindeutig vom Geldbeutel der Eltern abhing: Je höher die soziale Schicht, desto selbstverständlicher war ein Auslandsstudium. "Dies wird sich in Zukunft ändern", betonte sie. "Deutschland hat mit der EU-weiten Mitnahmemöglichkeit des neuen BAföGs eine Vorreiterrolle bei der Internationalisierung übernommen." Das Signal komme bei den Studierenden an, so melden die Studentenwerke bereits eine Steigerung der Interessenten für ein Auslandsstudium um bis zu 10 %.