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Keine Angst vor dem "Ersten Mal"!

Immer, wenn man etwas zum ersten Mal tut, hat man Angst und macht sich Gedanken darüber.
Aber nichts in der Welt bereitet so vielen Menschen so viel Kopfzerbrechen wie der erste Geschlechtsverkehr. Diesbezügliche Wünsche und Vorstellungen werden im Verlauf der Kindheit und Pubertät entwickelt, die Neugier steigt zusehends. Geprägt von der Umwelt, wachsen die Erwartungen an sich selbst und den zukünftigen Partner, gleichzeitig nehmen aber auch die Ängste vor dem Unbekannten zu. Die Konfrontation mit noch nie da gewesenen Gefühlen, aber auch die Bedenken, den Vorstellungen des Partners eventuell nicht zu genügen, sorgen mitunter für die eine oder andere schlaflose Nacht vor der sexuellen "Premiere".

Viele Mädchen fürchten sich vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Sie denken dabei an Schmerzen und Blutungen. Durch das Einführen des Penis reißt das Jungfernhäutchen, auch "Hymen" genannt. Es kann ein ziehender Schmerz auftreten, der aber nach dem Geschlechtsverkehr normalerweise gleich wieder verschwindet. Die Schmerz-Intensität ist individuell unterschiedlich. Grundlegend kann man sagen, je entspannter die Situation ist, in der das "Erste Mal" stattfindet, desto geringer sind die Schmerzen. Der Partner spielt dabei selbstverständlich eine entscheidende Rolle, auf sein behutsames Vorgehen kommt es an. Das so genannte Vorspiel, das den Körper auf den eigentlichen Akt, das Eindringen des Gliedes, vorbereitet, braucht seine Zeit. Die "Ruck-Zuck-Methode" ist sicher nicht geeignet. Das Mädchen sollte sich ganz sicher sein, dass es tatsächlich mit dem Partner schlafen will.

Das Jungfernhäutchen:
Das Jungfernhäutchen - auch Hymen genannt - liegt am Scheideneingang und gehört zum äußeren Teil der weiblichen Geschlechtsorgane (Vulva). In der frühen fetalen Entwicklungsphase weist die Scheide noch keine Öffnung auf und ist durch ein dünnes Häutchen verschlossen, das sich jedoch im Verlauf der weiteren Organentwicklung weitgehend zurückbildet. Größe und Form der Öffnung im verbleibenden Häutchen sind dabei sehr unterschiedlich. So haben manche Mädchen überhaupt kein Jungfernhäutchen, während sich bei anderen keine Öffnung bildet, wodurch es beim Einsetzen der ersten Menstruation zu Problemen kommt. Deshalb sollte im Rahmen der Untersuchung von Neugeborenen immer auch kontrolliert werden, ob der Scheideneingang geöffnet ist.

Das Gewebe des Genitale ist bis zur Pubertät hormonbedingt sehr empfindlich und dünn. Alle Bewegungen, die das Hymen übermäßig "spannen", können dazu führen, dass es gedehnt wird und/oder einreißt. So kann das Jungfernhäutchen etwa bei der Ausübung bestimmter Sportarten (z.B. Reiten), durch die Verwendung von Tampons oder auch bei der Selbstbefriedigung teilweise oder vollständig einreißen. Daher lässt sich aufgrund der Beschaffenheit des Jungfernhäutchens keinesfalls darauf schließen, ob ein Mädchen nun seine "Jungfräulichkeit" verloren hat oder nicht. Risse im Hymen können vielerlei Ursachen haben - Geschlechtsverkehr ist nur eine davon.

Auch die beim ersten Geschlechtsverkehr eventuell auftretende Blutung hat nichts mit der Jungfräulichkeit zu tun. Somit ist ein Ausbleiben absolut kein Indiz dafür, dass das Mädchen seine Jungfernschaft schon früher "verloren" hat.

Nur rund die Hälfte aller "Jungfrauen" blutet beim ersten Mal!
Durch Dehnen bzw. Einreißen des Hymens kann es beim ersten Sex aber zu Schmerzen kommen, deren Ausmaß unter anderem auch von Penisgröße und Sexualpraktik abhängig ist. In sehr seltenen Fällen ist das Jungfernhäutchen tatsächlich so straff und fest, dass es nicht gelingt, es zu dehnen oder einzureißen. In diesen - wirklich äußerst seltenen - Fällen kann das Häutchen mit Hilfe eines kleinen Eingriffs, der unter lokaler Betäubung erfolgt, "abgetragen" werden.

Ohne Druck - ohne Angst
Wenn sich das Mädchen nicht hundertprozentig sicher ist oder bereit fühlt, sollte es "Nein" sagen. Wenn die Gefühle des Partners echt sind, hat er dafür Verständnis und reagiert mit Geduld auf diese Situation. Nach dem Motto: Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben!
Außerdem gibt es auch noch andere Möglichkeiten, sich gegenseitig zu befriedigen, die ebenfalls schön sind und glücklich machen können. Es muss nicht immer der Geschlechtsverkehr an sich sein, der Sexualität und Intimität ausmacht. Das Berühren der Geschlechtsorgane und das gegenseitige Erregen fördert das Vertrauen und das gegenseitige körperliche Kennenlernen.

Innere Spannungen, die das "Erste Mal" verkrampft ablaufen lassen können, entstehen häufig durch die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft. Deshalb ist es wichtig, sich im Vorfeld Gedanken über geeignete Verhütungsmittel zu machen. Um die eigenen Körperreaktionen besser kennen zu lernen, ist es empfehlenswert, sich selbst zu erkunden. Dadurch gewinnt man an Selbstsicherheit und verliert die Scheu, sich nackt zu zeigen und fallen zu lassen.
 
 
 




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