Wenn Mann frühmorgens feststellen muss, dass sein bestes Stück bereits vor ihm aufgestanden ist, braucht es nicht peinlich zu sein
Morgendliche Erektion Wenn Mann frühmorgens feststellen muss, dass sein bestes Stück
bereits vor ihm aufgestanden ist, braucht ihn dies keineswegs peinlich
zu berühren. Auch sind Selbstzweifel in der Form von "Was bin ich
für ein sexgeiles Monster!" ebenso unangebracht wie anschuldigende
Blicke der Partnerin auf die sich wölbende Pyjama-Hose. Die salopp
als "Morgenlatte" bezeichnete Erektion in den Morgenstunden ist von verschiedenen
Faktoren abhängig, nicht vorherzusagen - und absolut normal. Nicht
zuletzt ist sie ein beruhigendes Indiz dafür, dass Mann kann.
Wie kommt eine morgendliche Erektion zu Stande? Dass Männer des Morgens - häufig zu ihrem eigenen Erstaunen
- mit einem erigierten Penis aufwachen, muss nicht zwingend auf ein lustvolles
Traumerlebnis zurückzuführen sein. Welcher Umstand letztlich
für die "harte Realität" verantwortlich zeichnet, ist bislang
noch nicht völlig geklärt. Über lange Zeit galt der Druck
einer vollen Harnblase als Auslöser. Allerdings reicht dies nicht
für die oft sehr stark erlebten Erektionen aus. Die Physiologie einer
Erektion ist recht kompliziert und noch nicht bis ins kleinste Detail bekannt.
Neuere Thesen zur morgendlichen Erektion suchen die Erklärung allerdings
in der Strukturierung des Nachtschlafes.
Erektionen während des Schlafes Im Normalfall hat Mann Nacht für Nacht etwa vier bis fünf
Erektionen - diese treten vor allem in den so genannten REM-Phasen (Rapid
Eye Movement) auf, die gehäuft in den frühen Morgenstunden -
zwischen 4.00 und 7.00 Uhr - stattfinden. Dies betrifft jedoch nicht nur
sexuell Aktive, sondern auch männliche Babys oder alte Männer.
Die Versteifung des Gliedes hält oft nur wenige Minuten an, kann manchmal
aber auch bis zu einer Stunde andauern, wie der amerikanische Sexualtherapeut
Bernie Zilbergeld in seinem Buch "Die neue Sexualität der Männer"
ausführt. Zilbergeld berichtet zudem von einer Untersuchung, bei der
Probanden in den REM-Phasen - erkennbar sind diese Traumzeiten an den raschen
Augenbewegungen - geweckt und nach ihren Träumen befragt wurden. Fazit:
Die wenigsten Träume waren sexueller Natur.
Erektionen während des Tages Gerade bei jüngeren Männern kommt es ab und an auch tagsüber
zu unwillkürlichen Erektionen, ohne dass sie dabei ein bewusstes sexuelles
Verlangen verspüren. Dieses Eigenleben des Penis führt mitunter
zu ausgesprochen peinlichen Momenten. Zilbergeld beschreibt auch Erektionen
während des konzentrierten Schulunterrichtes bzw. in Situationen,
in denen Männern im Normalfall keinerlei sexuell gefärbte Gedanken
durch den Kopf gehen. So sind auch in gewissen Angstsituationen Erektionen
möglich.
Wie kommt es zu einer Erektion? Grundsätzlich passiert bei einer Erektion nichts anderes, als
dass der Penis mit Blut gefüllt wird. Dieser Umstand ist aber keinesfalls
ein eindeutiges Indiz dafür, dass der Mann sexuell erregt ist und
das Verlangen nach Sex verspürt. Für die Erektion ist das Zusammenspiel
von zwei Nervensystemen, dem Parasympathikus und dem Sympathikus, von entscheidender
Bedeutung. Die sympathischen Nerven entspringen im Bereich der unteren
Brustwirbelsäule und verlaufen über verschiedene Umschaltstellen
in den Genitalbereich. Der Nervenbereich in der Brustwirbelsäule wird
vor allem psychogen beeinflusst. Im unteren Teil der Wirbelsäule besteht
ein Reflexbogen, über den die Erektion nach direkter Reizung des Genitales
vermittelt wird. Dabei sendet der Beckennerv die Reize vom Penis ins Rückenmark.
Über parasympathische Nervenfasern, die noch einmal umgeschaltet werden,
erfolgt die Rückantwort, welche die Erektion vermittelt. Der untere
Bereich der Wirbelsäule spielt auch bei der Ejakulation eine Rolle.
Im schlaffen Zustand wirkt vor allem der Sympathikus. Dieser verengt
die arteriellen Gefäße, wodurch der Blutstrom reduziert wird
und in den Schwellkörpern nur wenig Blut vorhanden ist. Bei sexueller
Erregung nimmt der Einfluss des Parasympathikus zu. Die kleinen arteriellen
Gefäße im Penis werden erweitert, woraufhin mehr Blut in die
Schwellkörper fließt. Gleichzeitig entspannen sich die kleinen
Muskeln in den Schwellkörper-Strukturen. Durch die zunehmende Blutfülle
werden kleine Venen im Schwellkörper abgedrückt, so dass der
Blutabfluss vermindert wird. Das Volumen des Penis nimmt zu (Tumeszenz).
Ob die Beckenbodenmuskulatur in punkto Steifigkeit (Rigidität) eine
wichtige Rolle spielt, wird von Experten kontrovers beurteilt.
Messung der Erektion Bei Erektionsproblemen kann man die Tumeszenz, die Zunahme des Penisvolumens,
messen. Dazu werden am Abend zwei Ringe an den Penis angelegt, einer an
der Peniswurzel, der zweite an der Penisspitze. Erfasst wird neben der
Volumenzunahme auch die Steifigkeit des Gliedes. Die ermittelten Daten
lassen schließlich eine Beurteilung von Tumeszenz und Rigidität
zu. Zudem lassen sich zum Teil seelische von körperlich bedingten
Erektionsstörungen unterscheiden. Die Aussagekraft dieser Untersuchung
ist bei unruhigem Schlaf reduziert.