Inzwischen haben sich auch im Pornobereich jede Menge Nieschenmärkte gebildet, die ihre Filme abseits vom Erotik-Mainstream verkaufen. Ein Nieschenspezialist in Deutschland ist die Firma TRIMAX aus Hessen. Neben Mangas, Bi- und Transvestiten-Pornos vertreibt TRIMAX auch die "Türkporns". Diese werden jedoch im Gegensatz zu vielen anderen Filmen nicht nur importiert, sondern eigens produziert. Der schnauzbärtige Saban, selbst Türke, fährt mehrmals im Jahr in die Türkei, um neue Hardcore-Streifen zu drehen. So entstanden inzwischen schon weit mehr als fünfzig Filme.
Diese finden in Deutschland reißenden Absatz. Inhaltlich bieten sie für Konsumenten eine Alternative zum hiesigen Angebot. Zu sehen gibt es vorwiegend Amateure und keine hochgestylten Vollzeit-Pornostars. Die Darsteller sind alle türkischer oder kurdischer Abstammung, gedreht wird an Originalschauplätzen.
Inhaltlich sind die Filme an gesellschaftliche Strukturen angepasst. Lesbenszenen spielen kaum eine Rolle, die Männer sind wesentlich dominanter als ihre westeuropäischen Kollegen. Den europäischen Porno-Zuschauer reizt laut Saban vor allem, dass Kopftuch tragende Türkinnen sich in ungewohnt freizügigen Posen darstellen.
Pornographie zu produzieren ist in der Türkei verboten. Darsteller können genauso bestraft werden, wie Produzenten und Kameramänner. Die Behörden gelten als unnachgiebig. Auch Saban wurde schon verhaftet. Drehen möchte er trotzdem weiterhin. Sein größtes Problem liegt allerdings wo anders. Saban findet kaum türkische Porno-Darstellerinnen. Er habe keine Schwierigkeiten damit, männliche Darsteller zu finden. In einer Woche würden sich bis zu zehn Männer melden, aber türkische Mädchen seien eine absolute Rarität in der Branche. Aufgrund der gesellschaftlichen Ächtung trauen sich Türkinnen nicht, sich bei ihm zu bewerben, so Saban, gegenüber der Sendung "Wahre Liebe".
Eine türkische Porno-Darstellerin hofft, dass Pornos in der Türkei nicht legalisiert werden. Wenn die Familie sie erkennen würde, gäbe es höllischen Ärger., sagt sie.