Eine neue Studie des Kondomherstellers Durex bringt Licht in das Sexualleben der türkischen Bevölkerung.
An der türkeiweiten Studie des Kondomherstellers
Durex nahmen über 1800 Paare im Alter zwischen 16 bis 55 Jahren aus verschiedenen
sozialen Schichten teil. Interessant an den Ergebnissen von Durex ist vor
allem, dass 73 Prozent der Paare keine schulische Sexualaufklärung genossen
hat. Sogar diejenigen, die eine schulische Bildung genossen haben gaben
an, entweder gar keine Sexualkunde gehabt zu haben oder Sexualkunde nur
im Rahmen der Fortpflanzung durchgenommen zu haben, ohne dass dabei auf
Geschlechtskrankheiten und deren Übertragung eingegangen wurde.
Erstaunlich ist allerdings, dass die meisten Türken ihre Sexualaufklärung
ohnehin nicht von ihren Lehrern lernen wollen. 54 Prozent gaben an, Sexualwissen
von Ärzten oder anderem Gesundheitspersonal erhalten zu wollen. Frauen
ziehen es vor mit ihren Müttern über Sex zu reden und Männer am liebsten
mit ihren Freunden. Den ersten Geschlechtsverkehr erleben die Paare durchschnittlich
im Alter von 18 Jahren. Erste sexuelle Versuche erleben Frauen im Alter
von 20, Männer bereits im Alter von 17 Jahren.
Auf die Frage nach der Anzahl ihrer Partner haben Männer mit 12 und
die Frauen mit lediglich 2 geantwortet. Auffallend ist, dass die Anzahl
der Partner mit zunehmendem Bildungsgrad steigt. Männliche Teilnehmer,
die nur die Grundschule besucht haben, gaben an 5 Partner gehabt zu haben.
Teilnehmer mit Mittelschul-Abschluss haben 9, Gymnasiasten 10 und Akademiker
12 Partner gehabt.
Geschlechtskrankheiten Das, was den Türken am meisten Angst macht, ist der Tod durch eine
Krankheit, die sich über den Geschlechtsverkehr verbreitet. 66 Prozent
haben Angst vor einer tödlichen Infektion. Mit 70 Prozent ist die Angst
der männlichen Teilnehmer im Gegensatz zu den weiblichen Teilnehmern (61
Prozent) in diesem Punkt höher. Dabei sind die 21 bis 24 Jährigen Teilnehmer
diejenige Altersgruppe, die sich am meisten vor ansteckenden Geschlechtskrankheiten
fürchtet. Trotzdem sind die Türken, was Schutzmaßnahmen betrifft, eher
nachlässig. Lediglich 33 Prozent der Frauen und 55 Prozent der Männer verhüten.
Bei den verheirateten Paaren sind es 39 Prozent die Maßnahmen gegen eine
Ansteckung treffen. 58 Prozent der Eheleute gaben an, noch nie in ihrer
Ehe verhütet zu haben. Bei den Junggesellen sind es 62 Prozent, die gegen
Geschlechtskrankheiten verhüten. 64 Prozent der Paare, die außerehelich
zusammenleben, nehmen das Thema Aids und andere Geschlechtskrankheiten
ernst und ergreifen nötige Maßnahmen.
Auf die Frage der Maßnahmen, antworteten 50 Prozent, dass sie ihren
Partnern treu sind. 34 Prozent gaben an, Kondome zu benutzen und 19 Prozent
verhüten mit Präservativen nur dann, wenn sie mit einem neuen Partner zusammen
sind.
One-Night-Stands sind in türkischen Großstädten genauso weit verbreitet,
wie auch in anderen internationalen Großstädten. 37 Prozent der Studienteilnehmer
gaben an, einen One-Night-Stand erlebt zu haben. Allerdings geht die Kluft
dabei bei Mann (60 Prozent) und Frau (8 Prozent) weit auseinander. In der
Altersgruppe 50 bis 55 Jahren und bei Teilnehmern mit geringer schulischer
Bildung liegt der Anteil sogar über dem Durchschnitt.
46 Prozent der Türken erleben der repräsentativen Studie nach, ihren
ersten Geschlechtsverkehr erst in der Ehe. Lediglich 12 Prozent der Teilnehmer
gaben an, sofort beim ersten Rendez-Vous ins Bett zu gehen. Der Anteil
der Teilnehmer, die innerhalb des ersten Monats mit ihrem Partner schlafen
liegt bei 10 Prozent. Bei denjenigen, die Sex zum ersten Mal in ihrer Ehe
haben, handelt es sich in 80 Prozent der Fälle um weibliche Teilnehmer.
Bei den Männern sind es lediglich 19 Prozent, die jungfräulich in die Ehe
gehen.