Weniger durch ihre Sangeskunst als durch ihre sexy Bühnenshow
hatte die als "Shakira vom Bosporus" berühmt gewordene Nez ihre Karriere
begonnen. Alle Bemühungen, sich neben Frauen wie Demet Akalin, Hande Yener
oder Gülþen als Popsängerin zu etablieren, scheiterten jedoch kläglich.
Nez blieb einfach nur ein hübsch anzusehendes Mädchen, das hin und wieder
mit seinem Privatleben für Schlagzeilen sorgte. Die Songs der mittlerweile
26-Jährigen hatten nie das Zeug dazu, sie in die Riege der ganz Großen
zu katapultieren.
Mit ihrem zweiten Album "%100 Nez", das sie nach vier Jahren Pause veröffentlicht,
will die in England aufgewachsene Musikerin alles ändern. 13 Songs enthält
"%100 Nez". Sechs davon singt sie auf Englisch und sieben auf Türkisch.
"Hey DJ" ist die erste Single-Auskopplung, ein mit 80er Jahre Sounds unterlegter
Remix. "Das Stück ist ein toller Sommersong, der uns unsere Sorgen vergessen
lässt", schwärmt Nez.
Das sehen Musikkritiker aber anders. Viel schlimmer noch: Bei ihnen
kommt das gesamte Album nicht gut an. Vor allem die englischen Stücke,
auf die Nez besonders stolz ist, ernten Hohn und Spott. "Mit türkischen
Maßstäben gemessen sind die Songs in Ordnung. Aber mit europäischen Maßstäben
gemessen sind sie absolut langweilig. Vom Hocker werden die niemanden reißen."
Nichtsdestotrotz, "%100 Nez" habe ein paar nette Stücke,
auf die das einfache Volk in den Banlieues der türkischen Großstädte abfahren
und auch tanzen könnte. Wenn es Nez gelänge, auch noch tolle Video-Clips
dazu zu produzieren, könne sie von der einen oder anderen Unpässlichkeit
ablenken.
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