Der frühere irakische Diktator Saddam Hussein wurde am Samstag (31.12.2006) um 6 Uhr Ortszeit (4 Uhr MEZ) gehängt, kurz vor dem Beginn des höchsten islamischen Festes, dem Opferfest. Nur kurze Zeit später ist ein Video von der Exekution auf dem Video-Portal Youtube.com aufgetaucht.
Einer der Anwesenden hatte es illegal mit der Kamera seines Mobiltelefons aufgenommen. Offensichtlich handelt es sich um einen Ausschnitt: Während auf Youtube.com lediglich zweieinhalb Minuten zu sehen sind, spricht "Bild" von einem insgesamt zehnminütigen Video, das in der Zentrale der Militärpolizei aufgenommen wurde. Die "Bild"-Zeitung berichtet zudem, dass die Henker nach der Hinrichtung um die Leiche Saddams getanzt haben sollen. Das Video wurde bisher fast von einer knappen Viertelmillion Nutzer angeschaut. Im irakischen Fernsehen war lediglich zu sehen, wie der Ex-Diktator zum Galgen geführt wird. Auch Google Video zeigt gleich mehrere Kopien des Henker-Video.
Saddam Husseins letzter Wunsch, Tod durch ein Erschießungskommando, war ihm verwehrt worden. Der Ex-Diktator starb dennoch einen schnellen Tod durch den Bruch der Halswirbelsäule beim Fall aus mehreren Metern beim Erhängen.
Italiens Außenminister Massimo D'Alema sagte, die Hinrichtung von Saddam Hussein habe der Debatte über die Todesstrafe neue Impulse gegeben. Italien will sich nun für eine weltweite Abschaffung einsetzen.
Während alle Staaten der Europäischen Union die Todesstrafe abgeschafft haben, halten 68 von mehr als 190 Staaten der Welt noch daran fest, darunter auch die USA und Japan. Weißrussland ist das einzige europäische Land, in dem die Todesstrafe noch existiert.
Im Jahr 2005 wurden laut Amnesty International weltweit in 22 Ländern mindestens 2148 Menschen hingerichtet. Demnach entfielen 94 Prozent aller bekannt gewordenen Exekutionen auf nur vier Länder: die Volksrepublik China (mindestens 1700 Hinrichtungen), den Iran (94), Saudi-Arabien (86) und die USA (60).