Allen internationalen Appellen zum Trotz sind am Montagmorgen (15.01.2007) in Bagdad auch die beiden zum Tode verurteilten Gefolgsleute des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein, sein Halbbruder Barsan al-Tikriti und Ex-Richter Awad al-Bandar, gehängt worden. Das geht aus übereinstimmenden Meldungen des arabischen Nachrichtensenders Al Dschasira, des US-Nachrichtensenders CNN und des britischen Fernsehsenders BBC hervor. Saddam Hussein war am 30. Dezember hingerichtet worden. Seine Exekution wurde zum Medienspektakel.
Die Hinrichtung seiner beiden Gehilfen habe gegen drei Uhr deutscher Zeit stattgefunden, sagte laut CNN ein Anwalt, der mehrere Angehörige des gestürzten Saddam-Regimes verteidigt. Ein erster Bericht über die Vollstreckung der Todesurteile war dementiert worden.
Barsan al-Tikriti und Awad al-Bandar waren zusammen mit dem früheren Staatschef wegen der Ermordung von 148 Schiiten in der Ortschaft Dudschail in den 80er Jahren am 5. November 2006 zum Tode verurteilt worden.
Wegen der weltweiten Kritik an den Umständen der Hinrichtung Saddam Husseins war die Vollstreckung der beiden ausstehenden Todesurteile mehrfach verschoben worden. Auf Filmaufnahmen war zu sehen, wie Saddam kurz vor der Exekution von mehreren Anwesenden beleidigt wurde.
Barsan el Tikriti stand lange Zeit als Berater Saddam Hussein zur Seite. Vor 1984 führte er die irakischen Geheimdienste und repräsentierte sein Land zwölf Jahre lang bei den Vereinten Nationen in Genf. 1999 kehrte er in seine Heimat zurück.
Awad el Bandar wurde für schuldig befunden, Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Dem 60-Jährigen wurde unter anderem vorgeworfen, 35 Minderjährige zum Tode verurteilt zu haben.
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