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Keine Gewaltwelle nach Islam-Film

Der Anti-Islam-Film des niederländischen Abgeordneten Geert Wilders hat seine beabsichtige Wirkung offenbar verfehlt.
Nach der Veröffentlichung des islamfeindlichen Films des Rechtspopulisten Geert Wilders sind in den Niederlanden die befürchteten Proteste vorerst ausgeblieben. Der niederländische Außenminister Maxime Verhagen bezeichnete die besonnenen Reaktionen der Muslime am Samstag (29.3.08) im Deutschlandradio Kultur als "ermutigend". In islamischen Ländern hielt die Kritik an dem 17-minütigen Video unterdessen an.

Die Lage in den Niederlanden blieb am Wochenende weitgehend ruhig. In Utrecht gingen in der Nacht zum Samstag zwei Autos in Flammen auf. Die Polizei entdeckte in der Nähe des Tatorts ein Graffiti, das zum Mord an Wilders aufrief. Die Ermittler hätten aber noch keine ausreichenden Hinweise, ob der Vorfall in Verbindung zu dem Film stehe. Die Regierung in Den Haag hatte Ausschreitungen ähnlich wie nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in dänischen Zeichnungen 2006 befürchtet. Niederländische Muslim-Verbände hatten am Freitag zur Zurückhaltung aufgerufen, nachdem das Video mit dem Titel "Fitna" (Zwietracht) am Donnerstag veröffentlicht worden war.

Scharfe Kritik der arabischen Staaten
Die arabische Welt hat den Film als beleidigend und demütigend verurteilt. Auf dem arabischen Gipfeltreffen in Damaskus forderte der sudanesische Präsident Omar al Baschir am Wochenende eine internationale Charta für die Respektierung von Religionen. Jordanische Abgeordnete riefen ihre Regierung am Sonntag zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu den Niederlanden auf. Der ägyptische Außenminister Ahmed Abdul Gheit nannte Wilders' Film eine Demütigung für den Islam. Der Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), Ekmeleddin Ihsanoglu, sagte in Damaskus, der Film werde zur wachsenden Diskriminierung des Islams im Westen beitragen. Ausdrücklich lobte er die niederländische Regierung, die sich von dem Film distanziert hat.

Niederländische Geschäftsleute drohen mit Boykott
Das afghanische Kulturministerium in Kabul teilte mit, der Film enthalte Inhalte, die den Propheten beleidigten. Es handele sich um eine "falsche Interpretation der Meinungsfreiheit, die zu Hass unter den Menschen in der Welt" führe. Der frühere malaysische Ministerpräsident Mahathir Mohamad drohte mit einem Boykott niederländischer Produkte. "Wir sind sehr verärgert über diesen Film", sagte Mohamad.
Geschäftsleute in den Niederlanden kündigten an, Wilders zu verklagen, sollte es tatsächlich zu einem Boykott kommen. "Ich weiß nicht, ob Wilders reich oder gut versichert ist, aber im Fall eines Boykotts wollen wir versuchen, ihn dafür verantwortlich zu machen", sagte der Chef der niederländischen Arbeitgeberorganisation VNO-NCW, Bernard Wientjes, der Zeitung "Het Financieel Dagblad". Unternehmen wie Shell, Philips und Unilever seien leicht zu identifizierende niederländische Unternehmen.

Webanbieter zieht Video zurück
Der Webanbieter, der den Film zuerst veröffentlicht hatte, nahm in am Freitababend von der Seite. "Das ist ein trauriger Tag für die Meinungsfreiheit, aber die Sicherheit unserer Mitarbeiter geht vor", erklärten die Betreiber des Internetportals Liveleak. Angesichts der sehr ernst zu nehmenden Drohungen gegen Mitarbeiter gebe es keine andere Wahl. Das in Großbritannien ansässige Videoportal hatte den Kurzfilm am Donnerstag erstmals gezeigt, nachdem ein US-Internetanbieter die eigentlich für die Veröffentlichung vorgesehene Seite gesperrt hatte.

Wilders kombiniert in seinem Film Bilder von Opfern terroristischer Anschläge in New York und Madrid mit Zeitungsschlagzeilen und Koranversen. Auch die umstrittene dänische Mohammed-Karikatur, die den Propheten mit einer Bombe als Turban zeigt, ist in dem Streifen zu sehen.

Quelle: Deutsche Welle





Kommentare der Vaybee!ciler
» gianni25
Auch die Meinungsfreiheit hat seine Grenzen und zwar immer dann, wenn dadurch Hass geschürt , Intoleranz, Diskriminierung gefördert werden und Gewalt implizit heraufbeschoweren wird.
Eine Meinung muss immer frei äusserbar sein, doch Ihre Konsequenzen und die Tragweite seiner Bedeutung auch abgewogen werden.

Hier handelt es sich um keine Verhältnismässigkeit zwischen dem Anspruch auf freie Meinungsäusserung und der wahren Absicht und zwar "Volksverhetzung".

Die Duldung von Menschen-, Kultur-, und religionsverachtender Meinung hat schon vor etwa 80 Jahren besonders in Deutschland bewiesen wo es hinführen kann und zwar in die Hölle auf Erden.

Als Atheist bin ich kein Anhänger der Religionen doch die Freiheit und das Recht auf Ausübung seines Glaubens ist für mich ein Grundrecht des Menschen und dafür musss sich jeder Mensch und Demokrat stark machen dafür.

Dieses ist mein originärer Beweggrund.

PEACE

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