Im Kampf gegen die kurdische PKK ist die türkische Armee in den Nordirak eingerückt.
In ihrem Kampf gegen kurdische Terroristen der PKK sind türkische Soldaten am Dienstagmorgen (18.12.2007) in den Norden des Irak eingerückt. Das sagte der Sprecher der kurdischen Peschmerga-Kämpfer, Dschabbar Jawar, der Nachrichtenagentur AFP. "Sie sind in eine verlassene Zone eingedrungen, wo keine irakischen oder kurdischen Truppen stationiert sind. Wir wissen nicht, wie viele sie sind und bis wohin sie vorgedrungen sind", sagte Jawar weiter.
Irakischen Militärkreisen zufolge sind etwa 300 Soldaten am Morgen bis zu drei Kilometer hinter die Grenze in die Region Gali Rasch vorgerückt. Sie seien nur leicht bewaffnet. Berichte über Kämpfe gebe es nicht.
Rückzugsgebiet der PKK Die türkische Armee hat im Kampf gegen die PKK-Kämpfer in der Region bis zu 100.000 Soldaten zusammengezogen. Die Rebellen nutzen den Nordirak als Rückzugsgebiet, um Angriffe auf die Türkei vorzubereiten. Die Türkei behält sich Militäreinsätze gegen die PKK auf irakischem Gebiet vor.
Bereits am Wochenende hatte die Türkei Angriffe auf den Nordirak geflogen und mehrere Dörfer bombardiert. Es war die größte türkische Luftoffensive gegen die Kurdische Arbeiterpartei seit Jahren. Ziel waren nach Militärangaben Stellungen der PKK in der Grenzregion und in den Kandil-Bergen, mehrere Menschen wurden bei den Angriffen getötet. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete die Angriffe als Erfolg. Die EU und die UNO reagierten besorgt auf das militärische Vorgehen der Türkei im Nachbarland.
Rice in der Region US-Außenministerin Condoleezza Rice ist unterdessen zu einem aus Sicherheitsgründen vorab nicht angekündigten Besuch in die nordirakische Vielvölkerstadt Kirkuk gekommen. Dort traf sie sich mit 35 Vertretern aller ethnischen und religiösen Gruppen der Stadt. Auf der Tagesordnung stehen das geplante Referendum über die Eingliederung der Stadt und ihrer Ölfelder in das kurdische Autonomiegebiet, die Gründung eines "Komitees des Erwachens" für den Kampf gegen die El-Kaida-Terroristen sowie der Konflikt zwischen der Türkei und den Kämpfern der radikalen Kurdenpartei PKK im Nordirak.
Lokalpolitiker, die an einem Treffen mit Rice im Gebäude der Provinzverwaltung teilnahmen, erklärten, auch sie hätten zunächst nicht gewusst, dass sie die Rice treffen sollten. "Wir wurden zu einem Gespräch mit einem hochrangigen US-Beamten eingeladen. Die Araber unter uns wurden gebeten, in traditioneller Tracht zu erscheinen." Rice hatte den Irak zuletzt im vergangenen September besucht. Damals hatte sie gemeinsam mit Präsident George W. Bush Mitglieder des "Komitees des Erwachens" der Anbar-Provinz getroffen.