Nordöstlich des Aras Nehri (Araxas) über den Oberlauf der Kura hinweg
bis hin zur georgischen-türkischen Grenze dehnt sich das größte und höchste
Lavaplatea Anatoliens aus. Es sind überwiegend mächtige Basalte und Andesite,
aber auch Tuffe, Pechsteine und vulkanische Bomben am Aufbau beteiligt.
Ausgedehnte Hochweideflächen charakteresieren die zumeist eindrucksvoll
eintönige Landschaft. Im Vordergrund steht hier eindeutig die Rinder- und
Schafzucht. diese bis zu 2500 m hohe Fläche von Kars und ardahan wird gebietsweise
von einzelnen Vulkanen überragt und durch Senkungsfelder in vier Abschnitte
geteilt. In einem solchen Becken zwischen der Ardahan und der Kars Yaylasý
liegt die Provinzstadt Kars, die vom Turkstamm der Karsakan bereits um
130 n.Chr. besiedelt war. Manches am Baubestand der Stadt erinnert noch
daran, daß Kars bis zum Ersten Weltkrieg russisch war. Die Neustadt ist
schachbrettartig angelegt, und manches Haus hat noch jene typische Kolonialstil-Architektur,
die u.a. auch in St. Petersburg zu finden ist.
Das heutige Stadtzentrum wurde erst nach 1877 während der russischen
Besatzung angelegt. Noch heute wohnen z.B. in dem Dorf Karacaören unweit
der Stadt protestantische Deutsche, die vor etwa 100 Jahren durch den Zaren
hier angesiedelt wurden. Die Industrie ist bescheiden, sieht man von den
zahlreichen Käserein einmal ab, die auf wolgadeutsche einwanderer aus dem
19. JH. zurückgehen. Berühmt sind die handgeknüpften Teppiche mit ihren
Adler- und Schildmotiven, die in der Region hergestellt werden.