Die Fernstraße von Marmaris nach İzmir führt in weitem Abstand westlich
vorbei. So nimmt kaum ein Reisender Notiz von dem malerischen Städtchen
Muğla mit seinen engen z.T. steilen Gäßchen und einem reizvollen Basar.
Die funkelnd weißen Altstadt-Wohnhäuser, die mit ihren gewaltigen, überragenden
Dächern zu den schönsten der Türkei zählen, schmiegen sich nordöstlich
der fruchtbaren Beckenebene der Muğla Ovası an die Flanke des İkizce Dağı.
Im Norden überragt eine mittelalterliche Festung und die Akropolis der
antiken karischen Stadt Mobolla in 860 m Höhe den Ort.
Fraglos sit einer der schönsten Blicke auf den Ort und das Becken jene
alte, kaum befahrene, windungsreiche Straße, die von Muğla auf ein östlich
höher gelegenes Plateau und dann weiter nach Kale (Kale Tavas) durch ein
eindrucksvolles, einsames Waldbergland führt. In der Stadt selbst befinden
sich nur Relikte aus islamischen Epoche, speziell aus der Zeit der Emire
von Menteşe, die Muğla zeitweise als Residenz nutyten. Dazu zählen die
Şey Camii und die Üçerenler Camii (Moschee der drei Heiligen), vor allem
aber die Ulu Cami ältestes Bauwerk dieser Zeit, die 1344 von İbrahim Bey
Menteşoğlu gestiftet wurde. Die meisten Bewohner der Stadt leben von der
Landwirtschaft oder in den nahen Braunkohle gruben (Tagebau) von Yatağan
(25 km nordwestlich).