Die Stadt am Nordwestrand der Harran Ovasý unweit der türkisch-syrischen
Grenze wird von manchen Forschern für eine der ältesten Städte überhaupt
gehalten. Sie wurde von Sumerern und Hethitern Urschu, von den Babyloniern
Hurri genannt (= 'Höhlen', wohl von den Höhlen im Burgberg). Die Griechen
tauften sie Orhai, und von den Makedoniern bis ins Mittelalter hinein hieß
der Ort Edessa, danach, abgeleitet von Orhai, Urfa. Seit 1983 wurde der
Stadt wegen ihres Widerstandes gegen die französische Besatzung im Türkischen
Freiheitskrieg der Ehrentitel Þanlý (berühmt) verliehen. Von regionaler
Bedeutung ist Urfa als Handels- und Wirtschaftszentrum des überwiegend
agraren Umlands. Mit der Fertigstellung des 'Urfa-Tunnels' im Rahmen des
GAP-Projektes (Südostanatolien-Projekt) am Euphrat werden 691 000 ha Land
zusätzlich bewässert, so dass die Harran Ovasý eines der landwirtschaftlichen
Vorzugsgebiete der Türkei werden soll, ähnlich vielleicht wie Adana in
der Çukurova.
Urfa ist heute eine faszinierende Mischung aus Tradition und Moderne
mit arabischen und türkischen Elementen. Beherrschend ist vor allem in
den Basar- und Altstadtteilen noch der orientalische Einfluß. Hektische
Betriebsamkeit zeichnet die Stadt ebenso aus wie ihre hohen sommerlichen
Temperaturen. Bereits im März können die Tagesmaxima bei 29°C liegen, und
im November mißt man häufig immer noch knapp 31°C am Tage. In den beiden
Sommermonaten Juli und August klettert das Thermometer um die Mittagszeit
zuweilen über 45°C. Dennoch regnet es hier während dieser Zeit durchschnittlich
fast genauso viel (so wenig) wie in Antalya.