Der Ort wurde nach letzten Kenntnissen bereits vor 7500 Jahren in der
Bronzezeit besiedelt und vor ca. 5000 Jahren Heimat der Hurriter. Die Urartäer
und Assyrer waren in der Folgezeit die einflussgebenden Kulturen in der
Region um Van.
Um 840 v. Chr. erbaute der urartäische Herrscher Dardur I. die Burg
und Stadt Tuschpa als Residenz seines Reiches auf dem Felsmassiv der späteren
Van-Festung (Van Kalesi) westlich der heutigen Stadt. Das Gebiet war seit
dem 3. Jtd. v. Chr. von den Hurritern besiedelt, die man als Urahnen der
späteren Urartäer ansieht und die als erstes Kulturvolk in Ostanatolien
eine politische und kulturelle Einheit schufen. Aus den Ostteilen, die
an Assyrien gefallen waren, setzte eine Auswanderung der Hurriter nach
Norden ein und damit auch in die Region Van, wo sich separate Kleinfürstentümer
herausbildeten. Das älteste Kleinreich der Urartäer, die sich selbst „Bianili)
(die von Bian) nannten, hatte seine beiden ersten Hauptstädte unter dem
König Aramu in den bislang noch nicht identifizierten Orten Sugunia und
später Arzaschgun (vermutlich südlich bzw. nordwestlich des Vansees). Als
eigentlicher Reichsgründer gilt erst Sardur I., der 840 v. Chr. eine neue
Hauptstadt Tuschpa (Van Kalesi) von „Bian“ (daraus wurde später Van) am
Van-See anlegen ließ. Rege Bautätigkeit und Blüte erfuhr Tuschpa unter
dem Herrscher Ischpuini (830 bis 810 v. Chr.) Ischpuinis Enkel Sardur
II. Schuf Kulturelles, wie den großen Freilufttempel von Tuschpa, verlor
aber die Herrschaft über Nordsyrien 743. v. Chr. an die Assyrer. Die Reihe
der Niederlagen gegen die Assyrer setzte sein Sohn Rusa I. (735-714 v.
Chr.) fort und leitete damit den Niedergang des Urartäerreiches ein. Die
Wellen der nomadischen Bedrohung durch Steppenvölker, wie Kimmerier und
nachfolgend Skyten, bereiteten den Untergang vor, den die Meder 590 v.
Chr. zu Ende führten.
Bevor der armenische König Tigranes d. Gr. (95-54 v. Chr.) Van zu einem
Mittelpunkt seines Reiches ausbaute, gehörte Van zunächst zur persischen
Satrapie Armenia und dann, nach Alexander d. Gr., zum Königreich Pontos.
Die armensiche Reschtuni-Dynastie hielt sich bis 634 (Arabereinfall). 1071
geriet Van an die Marwanidendynastie, dann an die Karakoyun Ogullari. Der
folgende Streit um Van zwischen Osmanen und Persern endete zugunsten des
Osmanenreiches. Die osmanische Altstadt unterhalb der Burg wurde 1917 beim
Abzug der russischen Besatzungstruppen zerstört. Im Zuge des Unabhängigkeitsampfes
der Türkei (bis 1922) wurde Van in den Grenzen der Republik gesichert.