In vielen nomadischen Herrschafts- und Weidegebieten stellten erste
Ansiedlungen in Form von halbfesten Dörfern oft die Keimzellen für spätere
feste, oft sogar städtische Siedlungen. So gründete der Turkmenenanführer
Ahmet Paþa aus der Familie der Çapanoðullarý 1746 im Sommerweidegebiet
(Yayla) der Ekrad-i Lek (Kurden von Lek) auf der Hochfläche der Bozok Yaylasý
ein Dorf mit einer Art Residenz (1822 abgebrannt), aus der sich unter dessen
Sohn Süleyman Bey, der dort griechische und armenische Kolonisten ansiedelte,
schnell eine städtische Siedlung entwickeln konnte.
1836 gab es an der Stelle des heutigen Provinzzentrums Yozgat bereits
eine Stadt. Ein Teil des Baumaterials stammte aus dem nahegelegenen Tavium.
1858 hatte der Ort bereits etwa 15 000 Einwohner. Die Turkmenen-Dynastie
der Çapanoðullarý war lokal damals bedeutender als das osmanische Herrscherhaus.
Infolge des relativ geringen Alters der Stadt findet man auch keine spektakulären
historischen Relikte.